Alopecia Barbae – Was tun bei kreisrundem Barthaarausfall?
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Alopecia barbae macht Männern ähnlich schwer zu schaffen wie die erblich bedingte Glatzenbildung. Diese Form der Alopezie betrifft jedoch den Bart und folgt keinem gängigen Schema: Wann und wo plötzlich kahle Stellen auftauchen, ist nicht vorhersagbar.

Sicher ist hingegen, dass an den betroffenen Spots sämtliche Haare ausfallen: Diese Stellen sind blank wie glattrasiert. Lesen Sie mehr über diese tückische Haarausfallerkrankung.

Alopecia barbae ist eine Sonderform des kreisrunden Haarausfalls

Der Fachbegriff für sichtbaren Haarausfall lautet Alopecia – und barba steht für Bart. Wenn Barthaare in Schüben ausfallen und kreisförmige, etwa münzgroße Kahlstellen zurückbleiben, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um diese spezielle Haarausfallerkrankung.

Die Alopecia kann den Bart an den Schläfen oder Wangen, an Oberlippe, Kinn oder im Halsbereich befallen: Keine behaarte Gesichts- und Halspartie ist vor dem spontanen Bartausfall befreit.

Medizinisch gesehen ist Alopecia barbae eine Unterart des sogenannten kreisrunden Haarausfalls (Fachbegriff: Alopecia areata). Diese Erkrankung ist ebenfalls durch scharf umgeschriebene, runde oder oval längliche Ausfallherde gekennzeichnet, umfasst jedoch sämtliche Körperregionen, insbesondere den Haupthaarbereich.

Alopecia areata / barbae im Vergleich mit anderen Haarausfalltypen

Die drei häufigsten Haarausfallarten:

  • Androgenetischer oder erblich bedingter Haarausfall (AGA)
  • Kreisrunder Haarverlust/ Alopecia areata
  • Diffuser Haarschwund

Erblich bedingter Haarverlust ist keine Krankheit im engeren Sinne, sondern eine genetisch hormonell bedingte normale Alterserscheinung. Bei Männern tritt sie deutlich sichtbarer in Erscheinung – im fortschreitenden Lebensalter fallen die Haare im Stirn-, Ober- und Hinterkopfbereich aus und oft bleibt nur ein schmaler Haarkranz übrig.

Bei Frauen tritt erblich bedingter Haarverlust üblicherweise im Scheitelbereich auf. Beim diffusen Ausfall der Haare nimmt die Haardichte ganz allgemein ab – die Haare werden gleichmäßig dünner.

Ursachen dafür können unter anderem Stress, Nährstoffmangel, Infektionen oder die Einnahme bestimmter Medikamente sein. Die dritte Form gilt als Autoimmunerkrankung – die kreisrunde Alopecia, die auch den Bart in Mitleidenschaft ziehen kann: Alopecia oder Alopezie barbae wird direkt durch eine Störung der körpereigenen Abwehrkräfte verursacht.

Fehlsteuerung im Immunsystem bewirkt fleckförmigen Bartausfall

Arzt mit Stetoskop haelt einen Notizblock mit der Aufschrift Immunsystem und Stift in beiden Haenden

Dem Auftreten dieser markanten Ausfallherde – haarlose “Löcher” im sonst flächigen Bart – liegt ein autoimmunes Geschehen zugrunde. Die Ursachen dafür konnten bislang nicht vollständig geklärt werden.

Der oder die Auslöser dafür, dass das Immunsystem plötzlich durcheinanderkommt, sind noch nicht ausreichend erforscht. Jedenfalls richtet sich das körpereigene Abwehrsystem nicht wie gewohnt gegen Krankheitserreger von außen, sondern fatalerweise gegen die eigenen Zellen: in diesem Fall gegen gesunde Barthaarzellen in scharf umschriebenen Zonen.

Immunzellen steuern die Haarzellen direkt an, verursachen Entzündungen an den Haarfollikeln und schwächen diese derart, dass der Barthaarwuchs zum Erliegen kommt. Diskutiert wird die Interaktion verschiedener Einflussfaktoren, welche erst im Zusammenspiel eine Fehlfunktion der Immunabwehr und damit den Krankheitsschub auslösen.

Auf der Suche nach den Ursachen für den Bartausfall

Übereinstimmung herrscht nach heutigem Kenntnisstand hinsichtlich einer gewissen erblichen Disposition, welche das Vorkommen kreisrunder Alopezie am Bart und auf anderen behaarten Arealen begünstigt: Alopecia barba tritt familiär gehäuft auf.

Außerdem erkrankt etwa jede zehnte Person mit der Chromosomenstörung Down-Syndrom an kreisrundem Haarausfall – eine fünf- bis zehnmal höhere Häufigkeit als in der Durchschnittsbevölkerung.

Im Gegensatz zu genetischen Faktoren sind psychische Faktoren und diverse äußere Einflüsse als maßgebliche Krankheitsauslöser umstritten. Eine kurze Aufzählung möglicher Wirkursachen für das Auftreten von Alopecia am Bart:

  • Familiär-erbliche Veranlagung
  • Down-Syndrom (Trisomie 21)
  • Emotionaler Stress
  • Mangel- bzw. Fehlernährung
  • Medikamente, Alkohol, chemische Stoffe

Wer ist von der Erkrankung betroffen?

Die Überkategorie kreisrunder Haarausfall kann prinzipiell Personen beiderlei Geschlechts in jedem Lebensalter befallen – sogar bei Kleinkindern wird gelegentlich die Diagnose gestellt.

Dass die spezielle Alopezie am Bart verhältnismäßig unbekannt ist, hat zweierlei Ursachen: Zum einen nimmt der Bartwuchsbereich nur ein kleines Flächensegment der gesamten Körperbehaarung ein, zum anderen beschränkt sich dieser Sondertypus naturgemäß auf Erwachsene männlichen Geschlechts.

Fleckförmiger Bartausfall betrifft übrigens mehrheitlich junge Männer: Wer mit 40 daran noch nie erkrankt ist, der hat gute Chancen, von dieser unberechenbaren Immunerkrankung lebenslang verschont zu bleiben.

Plötzlicher Barthaarausfall und die sichere Diagnose

Stetoskop liegend auf einer Tastatur

Handlungsbedarf besteht spätestens dann, wenn fingernagelgroße bartlose Flecken auftauchen und sich diese auf Münzgröße erweitern, eventuell sogar mehrere benachbarte Spots aufkeimen und zu einer einzigen größeren Kahlstelle zusammenfließen.

Ob Vollbart, Dreitagebart, Schifferkrause, Koteletten oder Moustache: Bartträger sind stolz auf ihre Mannespracht und pflegen diese mit entsprechender Hingabe. Wenn im Bart unvermutet Lücken auftauchen, ist dringender Rat gefragt.

Die kreisrunde Alopezie am Bart lässt sich normalerweise schnell und sicher feststellen. Bereits die Sichtdiagnose verschafft dem Haarspezialisten Klarheit. Zupftests an den Rändern betroffener Stellen zeigen typischerweise, dass sich die Haare am Außenbereich der kahlen Flecken leicht herausziehen lassen. Aufwendigere Diagnoseverfahren wie eine Kopfhautbiopsie sind meist nicht erforderlich.

Behandlungsoptionen und Erfolgsaussichten

Arztteam kalkuliert die Haarfollikel unter einem Mikroskop

Die gute Nachricht für Betroffene ist eine relativ hohe Spontanheilungsrate. Oftmals stellen die zerstörerischen Immunzellen ihre Aktivität unvermittelt wieder ein und der Bart wächst wie gewohnt gleichmäßig nach.

Ist dies nicht der Fall, so können Zinkpräparate dabei helfen, das Immunsystem wieder in geregelte Bahnen zu leiten. Auch Kortisoninjektionen oder kortisonhaltige Cremes werden häufig gegen den kreisrunden Bartausfall eingesetzt.

Bei hartnäckigem Krankheitsverlauf stellt die sogenannte topische Immuntherapie eine Behandlungsoption dar. Bei dieser recht aufwendigen Therapie wird bewusst ein allergisches Kontaktekzem erzeugt, um die Immunzellen anderweitig zu beschäftigen und von den Haarfollikeln abzuziehen.

Die Erfolgsquoten genannter Behandlungsformen sind jedoch kaum höher als die Spontanheilungsrate. Versagen herkömmliche Therapieansätze, so kann eine Haarverpflanzung die kahlen Stellen mit Eigenhaar auffüllen. Diese Option kommt bei der Alopecia areata im Bartbereich immer häufiger zum Zug.

Kreisrunder Haarausfall am Bart ist tückisch, aber behandelbar

Ein Mann ohne Bart ist wie ein Brot ohne Kruste.” So lautet ein Sprichwort aus Lettland. Von Alopecia barbae heimgesuchte Barträger müssen sich ihre wertvolle „Kruste“ wohl oder übel komplett abrasieren, um sich der Öffentlichkeit nicht mit unansehnlichen Hautinseln im Bart zu zeigen.

Trotzdem werden bereits nach wenigen Stunden die kahlen Flecken im Bartschatten wieder sichtbar. Dieser örtlich begrenzte Haarschwund tritt unvermutet auf und verschwindet oft ebenso spontan. Die Krankheitsursachen sind weitgehend ungeklärt, ähnlich wie bei Autoimmunerkrankungen anderer Art.

Bleibt eine Spontanheilung aus und greift auch keine der gängigen Therapieformen, so kann eine Barthaartransplantation das Problem aus der Welt schaffen. Mit der Haarimplantation werden gesunde Eigenhaarfollikel an die kahlen Stellen transplantiert.

Ob Zink, topische Immuntherapie oder Haarimplantation: Die kreisrunde Alopecia der Barba, ist kein Schicksal, welches Sie als Betroffener einfach hinnehmen müssen. Sie können etwas dagegen tun.


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