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Führt die Behandlung mit Antidepressiva zu Haarausfall?

Psychischer Stress führt zu Haarschwund und damit einhergehenden Depressionen. Gibt es eine Möglichkeit, diesem Kreislauf zu entgehen und kommt es bei der Einnahme von Antidepressiva immer zu Haarausfall?

Es gibt einige Studien, die diese Problematik belegen und sich damit beschäftigen, ob der Haarschwund reversibel oder dauerhaft ist.

Leiden Sie von Haus aus bereits unter dünnem Haar, kann die medikamentöse Behandlung von Depressionen Problematiken wie beispielsweise Haarverlust nach sich ziehen.

Ein kurzes Inhaltsverzeichnis für diesen Artikel


Ist der Haarausfall dauerhaft?
Gründe des Haarausfalls bei Einnahme von Medikamenten
Diagnose
Studien zu Haarausfall bei Einnahme von Antidepressiva
Nebenwirkungen
Behandlungsmöglichkeiten bei medikamentenbedingtem Haarschwund
Ist eine Haartransplantation möglich?
Risikorate bei Frauen und Männern

Ist der Haarausfall durch Antidepressiva dauerhaft?

Haarverlust durch Psychopharmaka ist eine häufig auftretende Nebenwirkung. Doch können Sie die Einnahme der Medikamente nicht ablehnen, da Ihre seelische Gesundheit im Vordergrund steht und gerade die Depression eine schwere und behandlungsbedürftige Erkrankung ist.

Da Sie wissen, dass Antidepressiva Haarausfall begünstigt, stehen Sie der Medikation von Anfang an skeptisch gegenüber. Doch sollten Sie wissen, dass Ihr Haar in den meisten Fällen nach der Behandlung wieder nachwächst.

Führt Antidepressiva zu Haarausfall? Ist er reversibel oder müssen Sie mit der völligen Kahlköpfigkeit und der damit verbundenen Spirale aus Depressionen, Haarschwund und noch tieferen Depressionen durch den Haarverlust rechnen? In den meisten Fällen endet das Haarproblem kurz nach dem Behandlungsende. Auch die Umstellung auf ein anderes Medikament kann hilfreich sein.

Gründe des Haarausfalls bei Einnahme von Medikamenten

Große Menge an Antidepressiva Tabletten nebeneinander

Fakt ist, dass es durch Antidepressiva zur Nebenwirkung wie beispielsweise Haarschwund kommen kann. Gerade sehr sensible Menschen mit dünnem Haar stellen diese unerwünschte Begleiterscheinung der Behandlung fest.

Neben Antidepressiva gibt es eine ganze Bandbreite an Pharmazeutika, die ebenfalls zu einer diffusen oder kreisrunden Ausprägung des Haarausfalls führen können. Jede Medikation beeinflusst Ihren Hormonhaushalt und wirkt sich auf den Stoffwechsel aus. Auch die jeweiligen Inhaltsstoffe der Medikamente können den Haarschwund begünstigen und perspektivisch bei längerfristiger Einnahme oder bei Dauerbehandlungen zu einer Glatze führen.

Bei Antidepressiva handelt es sich um sehr starke Psychopharmaka, die stimmungsaufhellend wirken und Sie dabei unterstützen, schwere Tiefs zu unterbinden und Ihr Leben wieder anzunehmen. Die chemisch hergestellten Präparate wirken sich jedoch auf Ihren natürlichen Biorhythmus und auf Ihren Hormonspiegel aus. Die gleichen Nebenwirkungen werden bei Medikamenten für Ihr Herz-Kreislauf-System und bei Präparaten gegen Bluthochdruck festgestellt.

Dennoch käme kein Patient auf die Idee, die Medikation eigenständig abzusetzen und zugunsten seines Haarwuchses die Risiken eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls in Kauf zu nehmen.

Diagnose des Haarausfalls

An Depressionen erkrankte Frau im Gespräch mit einem Arzt

Der erste Ansprechpartner, wenn es durch Antidepressiva zu Haarausfall kommt, ist Ihr Psychologe oder Psychiater. Im gemeinsamen Gespräch können Sie um eine Neueinstellung der Medikation oder um die Verschreibung eines alternativen Präparats bitten.

Um eine vollkommen sichere Diagnose zu erhalten, sollten Sie eine Haaranalyse, eine mikroskopische Kopfhautuntersuchung und ein Blutbild beim Dermatologen vornehmen lassen. Auch wenn Ihr Haarschwund erst mit der Einnahme des Medikaments begann, können andere Ursachen in Frage kommen.

Um wirkliche Sicherheit zu bekommen und ein wirksames Psychopharmakon nicht grundlos auszutauschen, sollte die Zweitmeinung von einem Facharzt für Hauterkrankungen auf der Agenda stehen. Anhand der Diagnose können Sie Ihren behandelnden Arzt konsultieren und um eine andere Medikation bitten. Falls der Haarausfall von Antidepressiva begünstigt wird, kann eine Medikamentenumstellung eine durchaus förderliche Lösung sein. Hinweis: Setzen Sie Antidepressiva bei Nebenwirkung keinesfalls eigenmächtig ab.

Studien zu Haarausfall bei Einnahme von Antidepressiva

Dass Antidepressiva zu Haarausfall führt, ist in einigen repräsentativen Studien belegt worden. Sowohl die Universität Erlangen-Nürnberg als auch weitere 83 psychiatrische Kliniken aus Deutschland, Österreich und Schweiz nahmen an einer Studie teil. Insgesamt wurden Daten von mehr als 404.000 Patienten ausgewertet, die wegen unterschiedlichen Pharmazeutika, unter anderem wegen Depressionen, ambulant oder stationär behandelt wurden.

Die Prävalenz des Zusammenhangs zwischen Antidepressiva und Haarausfall ist mit 43 Betroffenen und 0,01% zwar gering, aber dennoch vorhanden. In der Praxis zeigte sich, dass Frauen häufiger als Männer betroffen sind und unter dieser Nebenwirkung leiden. Eine höhere Prävalenz war bei gleichzeitiger Behandlung mit mehreren Medikamenten ersichtlich.

Nebenwirkungen von Antidepressiva

Antidepressiva sind Medikamente, die mit verschiedenen starken Nebenwirkungen einhergehen. Meist handelt es sich bei Haarschwund um ein leichteres Problem, so dass durch Antidepressiva erzeugter Haarausfall im Regelfall reversibel und nicht dauerhaft ist. Neben dem Haarschwund kommen noch weitere Nebenwirkungen vor. Die häufigsten sind:

  • Schwindelgefühl
  • Blutdruckschwankungen
  • Schweißausbrüche
  • Magenbeschwerden
  • Müdigkeit, Schlafprobleme
  • Appetitverlust oder Gewichtszunahme
  • Sexuelle Funktionsstörungen

Die Ausprägung der Nebenwirkung kann unterschiedlich stark sein. Manche erleben kaum Nebeneffekte, bei Anderen werden sie schon nach kürzester Zeit unerträglich.

Behandlungsmöglichkeiten bei medikamentenbedingtem Haarschwund

Ausgefallene Haare in der Bürste

Die hauptsächliche Aufmerksamkeit sollte dem Grund der Medikation gelten. Wenn Sie zu Haarausfall durch Antidepressiva neigen, ist der Fokus auf Ihre seelische Gesundheit bedeutsamer als die Konzentration auf Nebenwirkungen. Im Bezug zu einer Behandlung mit Antidepressiva sollten Sie wissen, dass sich medikamentös begünstigter Haarschwund nach Beendigung der Behandlung von selbst reguliert.

Nachhelfen können Sie durch eine PRP Behandlung zur Anregung der Durchblutung Ihrer Kopfhaut. Eine Veränderung der Medikation ist nur nach Rücksprache mit dem Arzt und bei einer sehr starken Antidepressiva Nebenwirkung ratsam.

Ist eine Haartransplantation bei Einnahme von Antidepressiva möglich?

Auch wenn “Antidepressiva Haarausfall” reversibel ist, können vor allem Menschen mit einem von Natur aus spärlichem Haarwuchs sehr unter einer ansteigenden Ausdünnung des Haarwuchses leiden. In diesem Fall sind Überlegungen im Hinblick auf eine Eigenhaarverpflanzung eine adäquate Möglichkeit.

Im Regelfall steht der Haartransplantation nichts entgegen. Bevorzugt erfolgt sie, nachdem die Medikation abgeschlossen und damit die Voraussetzung für eine Heilung ohne Einschränkungen geschaffen ist.

Risikorate bei Frauen und Männern

Männer leiden deutlich seltener unter Haarausfall durch Medikamente als Frauen. Während die Risikorate bei Männern unter 0,01% liegt, klagten Frauen deutlich häufiger über dünner werdendes Haar und durchscheinende Kopfhautstellen.

Die erhöhte Sensibilität von Frauen im Hinblick auf Nebenwirkungen von Antidepressiva hat sich auch in der Studie bewahrheitet.

Haarausfall durch Antidepressiva ist eine nicht seltene, aber behandelbare Nebenwirkung

Bei den wenigsten Patienten führen Antidepressiva zu Haarausfall, die letztendlich kahle Stellen auf dem Kopf erzeugen und das Selbstbewusstsein einschränken. Häufiger als der kreisrunde und damit sichtbare Haarschwund ist Haarausfall, der diffus auftritt und sich in Form einer Ausdünnung der Kopfhaare äußert.

In den meisten Fällen kann die Nebenwirkung durch eine Verringerung der Dosis oder durch ein alternatives Pharmazeutikum aufgehalten werden. Bei Kurzzeitbehandlungen sollten Sie abwägen, ob das sonst gut wirkende Präparat wirklich ausgetauscht werden sollte.

Wenn der Haarschwund auch nach der Therapie nicht endet, können Sie sich für eine Haartransplantation entscheiden und mit der Verpflanzung von Eigenhaar einen positiven Beitrag für Ihre Ästhetik und Ihr Wohlbefinden leisten.

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