Bei der Haartransplantation – Geringe Dichte bedeutet Misserfolg?
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Eigenhaardichte als vielschichtiges Thema in Sachen Haartransplantation: Ist eine zu geringe Dichte im Entnahmebereich ein Ausschlusskriterium für eine erfolgreiche Haarverpflanzung? Und ab wann ist bei lichter werdendem Haupthaar eine Haarimplantation empfehlenswert? Erfahren Sie mehr zu den Erfolgsaussichten einer geplanten Operation: sowohl bei geringer Haardichte im Spender- als auch im Empfängerareal.

Haartransplantation – gegen zu geringe Dichte des Haupthaares vorgehen

Was einem das Schicksal an Haar nimmt, ersetzt es einem an Humor – so spricht der Volksmund. Die Realität sieht für die Leidtragenden freilich anders aus: Vor allem junge Männer kommen dem Ärgernis unerwartet einsetzenden Haarverlusts nur selten mit Humor bei.

Das volle Haar war eben noch Ausdruck jugendlicher Dynamik und unerschütterlicher Vitalität. Doch plötzlich verweht das eigene Haar und das Lachen bleibt einem im Hals stecken.

Wenn schließlich kein Haarwasser und kein Hausmittelchen den zumeist erblich bedingten Haarverlust aufzuhalten vermag, packen immer mehr Betroffene das Problem beim Schopf und entscheiden sich für eine Haartransplantation.

Geringe Dichte des Eigenhaars spielt eine wichtige Rolle bei der Frage, ob die Haarverpflanzung realisierbar ist: In den meisten Fällen stehen die Chancen auf einen erfolgversprechenden Eingriff sehr gut.

Die geplante Haarverpflanzung: geringe Dichte im Entnahmebereich

Die geplante Haarverpflanzung geringe Dichte im EntnahmebereichSie möchten eine Eigenhaarverpflanzung durchführen lassen, der Entnahmebereich am Hinterkopf und Nacken ist jedoch nicht mehr mit entsprechend dichtem Bewuchs gesegnet? In diesem Fall besteht die Gefahr, dass zu wenig Spenderhaar für ein zufriedenstellendes Operationsergebnis zur Verfügung steht.

Entweder ist der Haarverlust bereits sehr weit fortgeschritten oder der Patient weist von Natur aus eine geringe Haardichte auf. Dabei gilt es Haardichte und Fläche zueinander in Relation zu setzen:

Empfängerbereich:

Wie groß ist die mit Eigenhaar aufzufüllende Gesamtfläche?
Wie hoch ist die für ein ansehnliches Resultat veranschlagte Mindesthaardichte?

Entnahmebereich:

Wie groß ist der für die Eigenhaarentnahme verwertbare Bereich?
Wie hoch ist die Haardichte in diesem Spenderbereich?

Die Untersuchung der Kopfhaut als vorbereitende Maßnahme

Zur Haardichte- und Flächenberechnung kommen Aspekte wie Haarbeschaffenheit und natürliche Wuchsrichtung hinzu. Zunächst sind also grundlegende Eignungsvoraussetzungen für den Eingriff abzuklären.

Dazu wird die Kopfhaut untersucht und eine Abklärung der Follikeldichte vorgenommen. Nach dieser Erhebung der Eigenhaarsituation lässt sich eine realistische Vorhersage abgeben – im Sinne des zu erwartenden Resultats nach einer Haartransplantation.

Zu geringe Dichte in Kombination mit einem nur noch schmalen Haarkranz zur Eigenhaarentnahme kann zu unbefriedigenden Endergebnissen führen: Seriöse Haarchirurgen werden in diesen seltenen Fällen von einer Operation abraten.

Ist eine Haarverpflanzung möglich? Geringe Dichte im Empfängerbereich

Ist eine Haarverpflanzung möglich Geringe Dichte im EmpfängerbereichDas zweite Szenario in puncto Haardichte betrifft den Empfängerbereich. Viele Betroffene möchten ihrem beginnenden Haarverlust möglichst frühzeitig entgegenwirken: Sie wollen mittels Haarverpflanzung gegen die geringe Dichte ankämpfen.

Zumeist sind es Männer mit anlagebedingtem Haarausfall im Stirn- und Hinterhauptbereich oder Frauen mit durchscheinender Kopfhaut im Umkreis des Scheitels.

Ist der Haarwuchs hier noch zu dicht, muss ein haarverdichtender Eingriff jedoch auf einen späteren Termin, möglicherweise über Jahre hin verschoben werden.

Das liegt daran, dass für eine erfolgreiche Haarimplantation ein gewisser Mindestabstand zwischen noch aktiven Haarwurzeln bestehen muss.

Das Implantieren am Zielort erfordert viel Fingerspitzengefühl: Beim vorbereitenden Stechen der Einsetzkanälchen kommen feinste Klingen oder Nadeln zur Verwendung.

In diese Kanäle werden dann aus dem Spenderareal entnommene Grafts (Haarfollikeleinheiten) eingepflanzt. Ist die Haardichte im Empfängerbereich noch zu hoch, kann das negative Folgen in zweierlei Hinsicht nach sich ziehen: Sowohl für die Anwuchsrate der frisch implantierten Grafts als auch für die noch aktiven Nachbarfollikel.

200 Haare pro cm² und 120.000 Haare pro Kopf

Ein paar Richtwerte sollen die Unterschiede zwischen dichtem und schütterem Haar veranschaulichen: Die volle Haupthaarpracht des durchschnittlichen Europäers setzt sich aus circa 120.000 Haaren zusammen.

Das entspricht etwa 200 Haaren, respektive 75 bis 100 follikularen Einheiten (Grafts) pro Quadratzentimeter Kopfhaut. Bei übermäßigem Haarausfall sinkt diese Graftanzahl unter 50/cm². Zwischen 20 und 10 Grafts/cm² wird die Kopfhaut schließlich voll sichtbar.

 Eine gute optische Haardichte lässt sich ab etwa 50 Grafts/cm² wiederherstellen – dies als Schätz- und unterer Grenzwert für eine geplante Haartransplantation. Auch geringe Dichte kann ein ästhetisch ansprechendes Ergebnis hervorbringen. Nicht immer ist dafür volles Haar im Sinn von 80 oder 90 Grafts/cm² notwendig.

Dies ahnte bereits der altrömische Mimendichter Publilius Syrus: Etiam capillus unus habet umbram suam – auch ein einzelnes Haar wirft seinen Schatten.

Individuelle Haareigenschaften beeinflussen die optische Dichte

Die aufs Haar genau vermessene Dichte ist nicht der allein entscheidende Gesichtspunkt in der Planungsphase für eine Haarverpflanzung: Geringe Dichte ist einer unter mehreren maßgeblichen Faktoren.

Bei ähnlichen Haareigenschaften werden 70 implantierte Grafts/cm² eine bessere Wirkung erzielen als 50 Grafts, aber das behandelnde Ärzteteam wird auch andere Komponenten berücksichtigen.

Faktoren für volles Haar

Zu den mitentscheidenden Einflussfaktoren für volles und dicht wirkendes Haar zählen folgende Charakteristika:

  • die Haardichte
  • die Haardicke (der Haarschaftdurchmesser)
  • die Wuchsrichtung
  • der farbliche Kontrast zwischen Haar und Kopfhaut
  • die Haarstruktur – glatt, wellig, lockig
  • die Form des Haarquerschnitts – rund oder oval
  • die Haarlänge

Neben Wuchsdichte und Haardicke kommt es also auch auf individuell unterschiedliche Merkmale an: So wirkt der Haarkörper bei identischer Haardichte und -dicke mit welligem, lockigem oder krausem Haar fülliger und damit dichter als mit glattem Haar. Je runder der Haarquerschnitt, umso glatter – je ovaler, umso lockiger wachsen die Haare.

Auch die natürliche Wuchsrichtung beeinflusst das Gesamtbild: Legt sich das Haar der Kopfhaut gleichmäßig und geschmeidig an oder steht es struppig zu Berge?

Die passend zum jeweiligen Gesichtstypus und zur Kopfform getragene Frisur kann bei entsprechend gewählter Haarlänge sehr viel zur positiven Außenwahrnehmung beitragen – auch bei geringer Haardichte.

Der erfahrene Haarchirurg wird derartige Details in beratende Vorgespräche mit einfließen lassen: Die zu implantierende Graftanzahl pro Flächeneinheit wird sich also an der individuellen Ausgangssituation jedes Patienten orientieren.

Vor der Haarverpflanzung auf geringe Dichte achten: Ist ausreichend Spenderhaar vorhanden?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich in puncto Eigenhaarverpflanzung fast immer zufriedenstellende Operationsergebnisse erzielen lassen. Gleichwohl kann hinsichtlich der Erfolgsaussichten einer Haartransplantation die geringe Dichte mitentscheidend sein.

Als Patient werden Sie von ärztlicher Seite über relevante medizinische Details aufgeklärt – dazu gehört zunächst eine Analyse der bestehenden Haardichte. Bereits im Vorfeld eines operativen Eingriffs werden also entsprechende Untersuchungen durchgeführt.

Die Haarspezialisten werden die Menge geeigneter Haarwurzeln und die aufzufüllende Fläche zueinander in Relation setzen. Zumeist ist ausreichend Spenderhaar vorhanden, um auch größere kahle Flächen in befriedigendem Maße aufzufüllen.

Ist dies nicht gleich der Fall, so werden Sie sich mit Ihrem Haarchirurgen auf eine zweite Sitzung ungefähr ein halbes Jahr nach der ersten Operation verständigen können. Nach 6 Monaten hat sich das Gewebe auch im Spenderareal so weit erholt, dass einer neuerlichen Entnahme follikularer Einheiten üblicherweise nichts im Wege steht.


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