Mechanischer Haarausfall – Hilft eine Haartransplantation?

Haarausfall bei Männern hat in 80 Prozent der Fälle eine erblich bedinge Ursache. “Wachsende” Geheimratsecken, ein “fliehender” Haaransatz und insgesamt dünner werdendes Haar sind untrügliche Anzeichen genetisch hervorgerufenen Haarverlusts. Anders verhält es sich jedoch mit dem mechanischen Haarausfall, auch mechanische Alopezie genannt: Dieser Haarverlust ist keine Krankheit im eigentlichen Sinn. 

Das Problem tritt ein, wenn die Haare mechanisch zu stark beansprucht werden. Dieser Haarverlust kann gestoppt werden. Sind die Haarwurzeln infolge von Dauerbelastung allerdings verkümmert, lassen sich die kahlen Stellen nur durch eine Haartransplantation wieder auffüllen.

Mechanische Alopezie: Druck und Zug setzen die Haare unter Stress

Ein schlecht sitzender Schutzhelm oder ein zu straff gebundener Pferdeschwanz – auf diese beiden Umstände lässt sich ein diagnostizierter, mechanischer Haarausfall bei Männern am häufigsten zurückführen. Im Falle der schützenden Kopfbedeckung fallen die Haare im Randbereich zunächst verstärkt aus. Die nachwachsenden Haare brechen infolge des Dauerdrucks leichter ab und wachsen immer dünner nach, weil die Haarfollikel sich verkrümmen. In der Endphase sterben die Haarwurzeln ab und es entsteht eine kahle Stelle.

Um eine Sonderform der mechanischen Alopezie handelt es sich bei der sogenannten Traktionsalopezie, bei der an den Haaren zu heftig gezogen wird. Ein ständiger, sehr straffer Pferdeschwanz (oder eine andere Form des Zusammenbindens) kann diese Form des Haarverlusts begünstigen. Der Vollständigkeit halber sollte erwähnt werden, dass auch unprofessionell eingearbeitete Haarverlängerungen oder eine mangelhafte Pflege von Extensions zum Verlust ganzer Haarsträhnen führen können. Bei Männern liegt dieser Fall allerdings eher selten vor. 

Mechanische Einflüsse: Haarausfall durch Bürsten, Rubbeln und Reiben

Grundsätzlich kann mechanischer Haarausfall durch alle Formen von dauerhafter, übermäßiger Beanspruchung der Haare initiiert werden. Dazu zählen unter anderem sehr häufiges und sehr energisches Kämmen und Bürsten, starkes Rubbeln nach dem Duschen, die Angewohnheit mit nassen Haaren ins Bett zu gehen (Reibung am Kopfkissen) und auch das eingespielte Ritual, allabendlich mehrere Stunden mit dem Hinterkopf auf der Sofalehne zu liegen.

Nach jüngsten Erkenntnissen steht im Übrigen der tägliche Gebrauch von Gel im Verdacht, dem mechanisch bedingten Haarausfall Vorschub zu leisten. Die Produkte versteifen die Haare ab dem Ansatz und rauben ihnen ihre Elastizität, wodurch sie leichter abbrechen können. Die verklebten Längen der Haare benötigen zudem einen gesteigerten Reibungsaufwand, um das Gel entweder ausbürsten oder auswaschen zu können. Auch hierdurch wird die Gefahr des Haarbruchs erhöht.

Ausnahme: Mechanisch bedingter Haarausfall durch Krankheit

Mechanischer HaarausfallAls Trichotillomanie bezeichnet man die mechanische Alopezie, bei der sich Menschen die Haare selbst ausreißen. Vielfach unbewusst, gelegentlich auch ganz bewusst. Die Ursachen dieser Zwangsstörung liegen immer in psychischen Problemen begründet. Sie können von vermindertem Selbstwertgefühl über gravierende Familienstreitigkeiten und Mobbing am Arbeitsplatz bis hin zu fehlgeleiteter Trauer oder Verlustängsten reichen.

Diese Art des Haarausfalls kann nur durch eine Psychotherapie behandelt werden. Heilungschancen sind nicht immer gegeben, die Rückfallquote ist vergleichsweise hoch. Ein mittelbarer Zusammenhang zwischen Krankheit und mechanischem Haarverlust ist auch dann gegeben, wenn sich bei langer Zeit bettlägerigen Patienten lichte Stellen am Hinterkopf ausbilden. Dieses Phänomen kann auch bereits bei Säuglingen beobachtet werden.

Fünf vor Zwölf: Effektive Behandlungsmöglichkeiten

Dem Haarausfall durch mechanische Belastung kann Einhalt geboten werden – wenn es möglich ist, die Dauerstrapazen des Haares zu beseitigen und die mechanische Alopezie noch nicht weit fortgeschritten ist. Das heißt in erster Linie: Wenn die Haarwurzeln lebensfähig sind. Die Haare benötigen dann eine erholsame Ruhepause, die mit einer reichhaltigen Nährstoffzufuhr einher gehen sollte.

Eine gesunde Ernährung mit viel Zink, Eisen, Vitamin E und Biotin (Vitamin B7) sowie essenziellen Aminosäuren fördert das (neuerliche) Haarwachstum. Mit klassischen Haarwuchsmitteln lässt sich mechanischer Haarausfall dagegen nicht behandeln – solange der Auslöser nicht eliminiert wird.

Alternativen zu kahlen Stellen

Eine Haartransplantation oder Eigenhaarverpflanzung kann als Lösung in Betracht kommen, wenn der Haarausfall durch mechanische Einflüsse soweit fortgeschritten ist, dass an den kahlen Stellen kein Haarwuchs mehr stattfindet. Sind die Haarwurzeln abgestorben, dann bietet die Haarimplantation die einzige Möglichkeit, die Lücken dauerhaft wieder zu schließen. Lassen Sie sich zu den optionalen Methoden der Haarverpflanzung von fachlich-kompetenten Experten beraten.

Fazit: Mechanisch bedingter Haarausfall kann rechtzeitig gestoppt werden

Mechanischer Haarausfall ist immer die Folge von zu großen Strapazen, denen die Haare beständig ausgesetzt werden. Zu kräftiges Bürsten und zu energisches Rubbeln oder der Druck durch einen nicht optimal angepassten Helm versetzen die Haare in Dauerstress. Ein fester Pferdeschwanz oder das tägliche Straffen der Haare mit dem Glätteisen beanspruchen die Haare über Gebühr.

In der Folge fallen die Haare aus und/oder brechen ab. Sie wachsen nur dürftig und dünn nach – solange bis die Haarwurzeln absterben und eine kahle Stelle entsteht.

Wird die mechanische Belastung der Haare rechtzeitig beendet, können die Haare wieder normal nachwachsen. Das setzt allerdings voraus, dass die Haarfollikel noch funktionsfähig sind. Haben die Haarwurzeln ihren Dienst eingestellt und sind bereits deutlich sichtbare kahle Stellen vorhanden, dann kann nur eine professionelle Haarimplantation das Gesamtbild auf Ihrem Kopf wieder in Ordnung bringen. Und Ihnen damit eine weiterhin attraktive Erscheinung garantieren.


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