Frau mit dünnem Haaransatz fasst sich besorgt mit beiden Händen durch ihr Haar.

Haarfollikel: Anatomie und Bedeutung bei Haarausfall

Das Wachstum und die Gesundheit Deiner Haare hängen von kleinen Strukturen in der Kopfhaut ab: den Haarfollikeln. Sie sind die Wurzeln jedes einzelnen Haares und spielen eine entscheidende Rolle im Wachstumszyklus.

In diesem Artikel erfährst Du mehr über den Aufbau und die Funktion der Haarfollikel , welche Rolle sie beim Haarausfall spielen und welche Maßnahmen helfen können, damit sie gesund und kräftig bleiben.

Ein kurzes Inhaltsverzeichnis für diesen Artikel

Was ist ein Haarfollikel?
Was sind die Ursachen für Haarausfall?
Wie kann man die Gesundheit der Haarfollikel fördern?
Wann solltest Du über eine Haartransplantation nachdenken?
Fazit: Die große Wirkung der Haarfollikel
FAQ

Was ist ein Haarfollikel?

Haarfollikel, auch Haarbalg oder Folliculus pili genannt, sind wie eine kleine Tasche, aus der das Haar wächst. Sie sitzen tief in der Haut und dort beginnt jedes Haar seinen Wachstumszyklus.

Ein Follikel besteht aus mehreren Bestandteilen, um das Haar sicher in Deiner Kopfhaut zu verankern:

  • Haarwurzel: Der unterste Teil des Haares, wo das Wachstum beginnt.
  • Haarmatrix: Hier teilen sich die Zellen und bilden dadurch immer neue Haarzellen.
  • Haarpapille: Versorgt den Follikel mit wichtigen Nährstoffen.
  • Talgdrüsen: Sie produzieren Talg, der Dein Haar vor Austrocknung schützt.

Übrigens liegt an den einzelnen Haarwurzeln auch der Musculus arrector pili. Das ist der kleine Muskel, der eine “Gänsehaut” verursacht.

Grafische Darstellung der Anatomie eines Haarfollikels mit Pfeilen zu den verschiedenen Bestandteilen

Deine Haare durchlaufen einen natürlichen Wachstumszyklus, der in drei Phasen unterteilt ist:

  1. Wachstumsphase (Anagen): In dieser Phase wird ein neues Haar gebildet. Die Dauer dieser Phase kann zwischen 2 bis 7 Jahren betragen.
  2. Übergangsphase (Katagen): Hier stoppt das Wachstum langsam. Der Haarbalg zieht sich zusammen und bereitet sich auf die nächste Phase vor. Dies dauert nur ungefähr 2 bis 3 Wochen.
  3. Ruhephase (Telogen): Das Haar ruht und fällt schließlich aus. Danach beginnt der Zyklus von vorne, und ein neues Haar wächst nach. Die Ruhephase kann zwischen 2 und 4 Monate dauern.

Die Dauer des Haarzyklus ist sehr individuell und jede Phase läuft unabhängig von den anderen – deshalb fallen Dir täglich Haare aus, ohne dass Du merkbar dünneres Haar bekommst.

Wenn dieser Zyklus jedoch stark gestört ist, kann es zu Haarausfall kommen.

Was sind die Ursachen für Haarausfall?

Mann vor dem Spiegel fasst sich durch die Haare, während seine Geheimratsecken sichtbar sind

Wir verlieren am Tag durchschnittlich 100 Haare. Das ist ganz normal und fällt in der Regel gar nicht auf. Nach der Ruhephase fällt das Haar aus und es bildet sich ein neues – so funktioniert der gesunde Haarzyklus.

Wenn der Haarausfall aber stärker wird, sich kahle Stellen bilden oder der Scheitel dünner wird, kann es sein, dass die Follikel geschädigt sind oder nicht mehr richtig funktionieren.

Unsere Haarfollikel sind zwar robust, aber leider nicht unverwundbar. Äußere Einflüsse können sie schwächen oder dauerhaft schädigen. Dazu gehören unter anderen:

  • Chemikalien: Häufiges Färben, Tönen, Blondieren oder Dauerwellen mit aggressiven Produkten.
  • Hitze: Regelmäßiges Styling mit hohen Temperaturen durch Glätteisen, Lockenstäbe oder Föhnen.
  • Starke Beanspruchung: Zu straffe Frisuren wie Zöpfe, Sleek-Frisuren, Dreadlocks oder Extensions.
  • Entzündungen der Kopfhaut: Kopfhauterkrankungen wie Schuppenflechte (Psoriasis) oder seborrhoisches Ekzem.

Aber auch innere Faktoren wie Stress und eine unausgewogene Ernährung können die Gesundheit der Haarbälge einschränken. In diesem Fall können Vitamine wie Biotin und Zink und Stressreduktion Deine Haare unterstützen.

Erblich bedingter Haarausfall

Der Wachstumszyklus, die Hormone und Deine genetische Veranlagung entscheiden darüber, wie lang Dein Haar wächst und wann es ausfällt.

Manchmal liegt Haarausfall einfach in den Genen – und das kann frustrierend sein. Bei der androgenetischen Alopezie, die sowohl Männer als auch Frauen betrifft, reagieren die kleinen Strukturen empfindlich auf das Hormon Dihydrotestosteron (DHT).

Dadurch verkürzt sich die Wachstumsphase der Haare, sie werden immer dünner und können schließlich ganz ausfallen.

Auch wenn man die Veranlagung nicht ändern kann, gibt es dennoch Möglichkeiten, den Prozess zu verlangsamen und das Haarbild zu verbessern oder sogar wiederherzustellen.

Wie kann man die Gesundheit der Haarfollikel fördern?

Mit ein paar einfachen, aber wirkungsvollen Maßnahmen kannst Du dazu beitragen, dass Dein Haar gesund und kräftig bleibt.

Die richtige Haarpflege ist wichtig, damit deine Haarfollikel nicht unnötig belastet werden. Aggressive Shampoos mit Sulfaten oder Silikonen können die Kopfhaut austrocknen und so zusätzlichen Stress für dein Haar verursachen.

Besonders wichtig: Vermeide übermäßiges Waschen mit sehr heißem Wasser. Das kann die Talgproduktion aus dem Gleichgewicht bringen.

Setze stattdessen auf milde, feuchtigkeitsspendende Produkte, die die natürliche Balance Deiner Kopfhaut bewahren.

Eine leichte Kopfmassage kann die Durchblutung anregen und damit das Haarwachstum fördern. Kreise dafür täglich für ein paar Minuten mit den Fingerspitzen über deine Kopfhaut.

Richtige Ernährung und die Auswirkung

Nicht nur äußere Pflege, sondern auch die richtige Ernährung spielt eine entscheidende Rolle. Diese Nährstoffe sind besonders wichtig für ein kräftiges Haarwachstum:

  • Biotin (Vitamin B7): Trägt zur Stärkung der Haarstruktur bei und macht sie widerstandsfähiger. Es steckt unter anderem in Nüssen, Haferflocken und Eiern.
  • Zink: Fördert die Zellteilung und trägt dazu bei, dass die Haarfollikel gut arbeiten können. Gute Zinkquellen sind Austern, Leber, Linsen und Käse.
  • Omega-3-Fettsäuren: Diese gesunden Fette helfen, Entzündungen auf der Kopfhaut zu reduzieren und die Haarstruktur zu stärken. Sie sind in Fisch wie Lachs und Makrele aber auch in Leinsamen und Walnüssen enthalten.

Eine ausgewogene Ernährung mit diesen Nährstoffen kann dazu beitragen, Haarausfall vorzubeugen und das Haarwachstum zu fördern.

Welche Produkte können helfen, den Haarausfall zu reduzieren?

Neben einer gesunden Lebensweise gibt es auch spezielle Produkte, die die Haarbälge gezielt unterstützen können:

  • Koffein-Shampoos: Koffein-Shampoos können die Kopfhaut stimulieren und die Wachstumsphase des Haares verlängern.
  • Minoxidil: Dieser Wirkstoff wird häufig bei erblich bedingtem Haarausfall eingesetzt. Es kann die Durchblutung der Kopfhaut verbessern und die Haarfollikel länger in der Wachstumsphase halten.
  • Haarseren: Seren mit Inhaltsstoffen wie Niacinamid, Peptiden oder pflanzlichen Extrakten können die Durchblutung anregen, das Haarwachstum fördern und Entzündungen reduzieren.

Pflegeprodukte wie Shampoos oder Lösungen können eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn es darum geht, die Haare zu stärken und die Kopfhaut zu unterstützen. Bei starkem oder fortschreitendem Haarausfall stoßen sie jedoch oft an ihre Grenzen.

Wann solltest Du über eine Haartransplantation nachdenken?

Mehrere Grafts werden nach der Entnahme einer Haartransplantation in einem Schälchen aufbewahrt.

Wenn Dein Haarausfall stärker wird, deine Follikel nachhaltig geschädigt sind oder Du unter erblich bedingten Haarausfall leidest, kann eine Haartransplantation eine langfristige Lösung für Dich sein.

Die richtige Ernährung und Pflege ist wichtig für gesundes Haar und kräftige Follikel, aber manchmal reichen diese Maßnahmen einfach nicht aus.

Bei der Haarverpflanzung werden Grafts transplantiert – das sind follikuläre Einheiten, die aus mehreren Haarwurzeln bestehen.

Das bedeutet, dass nicht nur einzelne Haare verpflanzt werden, sondern ganze Haargruppen. Das führt am Ende zu einem dichteren und natürlichen Ergebnis.

Bei der Haarverpflanzung werden gesunde Grafts in die kahlen oder lichten Bereiche der Kopfhaut gesetzt. Sobald ein transplantierter Haarfollikel vom Körper angenommen wird, bleibt er dauerhaft aktiv und produziert weiterhin Haare.

Wie bei jedem Eingriff ist es wichtig, dass Du dich von einem erfahrenen Spezialisten beraten lässt. So kannst Du herausfinden, ob eine Haartransplantation für Dich geeignet ist.

Fazit: Die große Wirkung der Haarfollikel

Deine Haarfollikel sind die kleinen Strukturen unter Deiner Kopfhaut – sie verankern Deine Haare fest in der Kopfhaut und sorgen für kräftiges und natürliches Haarwachstum.

Ein unausgeglichener Haarzyklus sorgt dafür, dass Du mehr Haare verlierst, als nachwachsen können.

Äußere Faktoren wie Chemikalien und starke Beanspruchung, aber auch innere Aspekte wie Stress oder ausgewogene Ernährung können die Haarbälge schwächen oder schädigen.

Mit der richtigen Pflege, gesunder Ernährung und möglichen Behandlungen kannst Du die Follikel aktiv unterstützen.

Wenn Du mehr über die Behandlungen erfahren willst oder noch Fragen zum Thema Haarfollikel oder Haarausfall hast, starte jetzt eine kostenlose Beratung mit unseren Experten aus der Bio Hair Clinic.

Kostenlose Haaranalyse starten!

FAQ

Können Haarfollikel nachwachsen, wenn sie einmal zerstört sind?


Nein, einmal zerstörte Strukturen können nicht nachwachsen. Allerdings können geschwächte oder inaktive Follikel durch die richtige Pflege oder Behandlungen wie Minoxidil oder eine Haartransplantation reaktiviert werden.

Welche Rolle spielen Melanin und Haarfarbe in den Haarfollikeln?


Melanin ist ein Pigment, das in den Haarbälgen produziert wird und die Haarfarbe bestimmt. Die Menge und Art des Melanins beeinflussen die Farbtöne des Haares.

Kann Stress wirklich Haarausfall verursachen?


Ja, chronischer Stress kann zu Haarausfall führen. Stress kann den Haarzyklus stören und die Follikel vorzeitig in die Ruhephase (Telogenphase) versetzen, was zu vermehrtem Haarausfall führt.

Wie beeinflusst das Alter den Haarwachstumszyklus?


Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich der Haarwachstumszyklus, und die Dauer der Anagenphase kann verkürzt werden. Dies kann dazu führen, dass das Haar dünner wird und die Wahrscheinlichkeit von Haarausfall steigt.

Kann ich meine Haarfollikel durch Hormontherapien stärken?


Bei hormonell bedingtem Haarausfall können Therapien wie Anti-Androgene (bei Frauen) oder Finasterid (bei Männern) helfen. Diese sollten jedoch immer in Absprache mit einem Arzt erfolgen.

Können Haarbälge durch UV-Strahlung geschädigt werden?


Ja, zu viel Sonnenlicht kann die Kopfhaut austrocknen und die Follikel schwächen. Trage daher in der direkten Sonne am besten eine Cap oder verwende spezielle Sonnenschutzprodukte für die Kopfhaut.